Dr. Frank Hegel

Dr. Frank Hegel

Soziale Roboter sind interaktiv verkörperte Medien, mit denen Menschen natürlich interagieren können – d.h. so, wie sie auch mit anderen Menschen interagieren. Solche Roboter zeichnen sich formalästhetisch dadurch aus, dass sie anthropomorph aussehen und häufig unterschiedlich geartete Gesichter aufweisen. Aber warum sollen Designer und Entwickler einem Roboter ein kinetisches Gesicht geben?

Ein kurzer Blick in die Geschichte: In den frühen 1970er Jahren wurde im Xerox Parc am “Büro der Zukunft” gearbeitet. Ein Ziel dieses Unterfangens war es, Laien, die niemals zuvor mit Computern gearbeitet hatten, einen einfachen und schnellen Zugang zu Computersystemen zu ermöglichen. Dem folgend führten die Mitarbeiter des Xerox Parc graphische Benutzeroberflächen, sogenannte Desktop Metaphern ein. Diese funktionieren nach einem Prinzip der Ähnlichkeit. Zunächst gibt es graphische Zeichen, die Objekte einer Büroumgebung repräsentieren, und diese Objekte haben (annähernd) dieselben Funktionen wie diejenigen einer Büroumgebung – so schreiben wir heute einen Text auf virtuellem Papier, und gefällt uns dieser nicht mehr, werfen wir ihn in einen virtuellen Papierkorb. Diese Entwicklung hatte zwei Aspekte. Einerseits beanspruchte die Graphik damals mehr als 50% des Hauptspeichers und stellte somit eher einen funktionalen Nachteil dar, andererseits jedoch bedeutete diese Erfindung einen großen Schritt zu einer anwenderfreundlichen Benutzung von Computertechnologie.

Analog verhält es sich bei Robotern. Ein Gesicht bringt einem Roboter keinen technisch funktionalen Vorteil, d.h. er kann einen Gegenstand nicht besser von A nach B transportieren als vorher. Soll der Roboter jedoch mit einem Menschen kommunizieren, so hat der Maschinenentwickler damit die Möglichkeit, das bedeutungsreiche visuelle und kinetische Zeichenrepertoire der nonverbalen menschlichen Kommunikation einzusetzen und damit die Mensch-Roboter-Interaktion mannigfaltig zu choreographieren. Im Rahmen dieses Vortrages sollen anhand verschiedener Beispiele einige relevante Aspekte zur Gestaltung von Robotern aufgezeigt werden. Dabei handelt es sich vor allem um bedeutungsreiche visuelle und kinetische Zeichen, die im interdisziplinären Feld der Robotik zahlreich diskutiert wurden und die Akzeptanz von sozial agierenden Robotern weitgehend beeinflussen können.

 

Universität Bielefeld CITEC

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